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Kreidefelsen
Das Foto entstand am 16. September 1990 bei meiner allerersten Fahrradtour von Rostock über Zingst/Darß und Rügen nach Stralsund.
An dem Tag kam ich aus Binz und wollte zu der Jugendherberge in Glowe an der Nordostspitze von Rügen fahren. Auf dem Weg wollte ich natürlich unbedingt durch die Stubbenkammer. Das Wetter war ganz herrlich. Nach dem Fährhafen von Sassnitz bog ich auf den Waldweg und bin danach mit meinem vollbepackten Rad auf den schmalen und oft steilen Wegen etwas verzweifelt.
Aber der fantastische Ausblick hat mich entschädigt und für einige meiner Lieblingsfotos gesorgt.

Das hier ist ein Beispiel dafür. Die Gegenlichtsituation mit Blick in Richtung Sassnitz konnte ich mit meiner damaligen Ausrüstung einigermaßen bewältigen. Den Felsen habe ich danach in der Dunkelkammer auf Ilford Multigrade FB Barytpapier ganz verschieden herausgearbeitet. Meist recht dramatisch. Diese Version ist nach der Digitalisierung des Negativ (Kodak T-Max 100) in der Bearbeitung mit Darktable und Pixelmator entstanden und ist deutlich entspannter.
Es illustriert ganz gut meine damaligen Möglichkeiten. Es wurde mit meiner Lieblingskamera, der Canon T-90, und dem 85mm F1,2 gemacht. Kurz vorher hatte ich es geschafft, mir einen Schwarz-Weiss-Prozess anzueignen, mit dem ich ansatzweise Ansel Adams Zonensystem für mich adaptieren konnte. Ich belichtete den T-Max 100 mit 50 ISO und versuchte mit der Spotmessung der T-90 die dunkelsten Partien zu bestimmen (etwa Zone II, eventuell auch Zone I). Der Film wurde mit Ilfosol 1+9 verdünnt entwickelt, das entsprach in etwa einer N-1 Belichtung. Auf diese Weise konnte ich solche Kontrastverhältnisse wie hier einigermaßen bewältigen und musste nur die Bilder des 36'er Films mit niedrigerem Kontrast später mit kontrastreicherer Gradation ausbelichten. Deswegen war Multigrade FB recht praktisch und wurde von mir gerne genutzt.
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